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Kérkira-Besichtigung


Gel├Ąndedarstellung: ┬ę 1998 Microsoft (Encarta)
[Mo, 17. April 2006]

Warum wir uns Kérkira nicht f├╝r einen der n├Ąchsten Tage aufheben, an denen wir kein Auto mehr zur Verf├╝gung haben werden und damit ein leicht mit dem Bus erreichbares Ziel offen h├Ątten, wissen wir selbst nicht so genau. Doch nach Wanderungen steht uns nicht der Sinn, und so setzen wir uns nach dem Fr├╝hst├╝ck in den kleinen Fiat und fahren los.

Wir steuern den gleichen Parkplatz an, bei dem wir am Vorabend Gl├╝ck hatten. Dieses Mal haben wir Pech. In einer Querstra├če parken wir zun├Ąchst gegen├╝ber eines Hauses auf einem kleinen Platz. Einer der Hausbewohner kommt mit seinem Auto hinzu und meint auf unser Fragen wir k├Ânnten ruhig hier stehen bleiben. Doch so ganz wohl f├╝hlen wir uns nicht mehr, nachdem wir erfahren, dass der Platz normal von den Hausbewohnern genutzt wird. Also fahren wir noch ein paar Meter und parken - nun schon mitten im Gr├╝nen - auf einem kleinen Platz in einer Kurve am Wegesrand. Dennoch dauert der Fu├čweg in die Innenstadt nicht lange. Bald durchstreifen wir die kleinen Gassen westlich der Esplanade und finden auch den Laden mit den Olivenholz-Artikeln vom Vorabend wieder. Nach einigem hin und her entscheidet sich Kordula f├╝r einen kleinen M├Ârser. Dann spazieren wir entlang der Esplanade bis zum alten Hafen. Wieder in der Altstadt trinken wir in einem Stra├čencafé einen Cappucino. Dann fallen wir in einen weiteren Souvenirladen ein, wo wir Kumquat, Honig mit N├╝ssen und Olivenseife erstehen. Der Verk├Ąufer l├Ąsst uns von seinem griechischen Nougat probieren und empiehlt uns zum Abschluss noch die L├Ąden seiner Kumpels in der Umgebung. Doch ich zerre Kordula lieber in die neue Festung. F├╝r 2 Euro pro Nase k├Ânnen wir uns hier die leeren Schlafs├Ąle l├Ąngst verblichener Soldaten ansehen, zu denen uns einer der Aufseher stolz hinf├╝hrt, und von der Spitze der Anlage einen herrlichen Rundblick ├╝ber die Stadt genie├čen. Auf einer Bank au├čerhalb der inneren Festungsmauern machen wir Picknick und sehen den F├Ąhren im neuen Hafen beim An- und Ablegen zu. Dann f├Ąllt mir ein, dass unser Tank noch nicht leer ist und wir das Auto in den verbleibenden Stunden — es ist bereits nach 14.00 Uhr, um 20.00 Uhr m├╝ssen wir es wieder abgeben — noch irgendwie nutzen m├╝ssen.

Bald darauf sitzen wir wieder in unserem Mietwagen und suchen die Stra├če nach Norden. Als Ziel haben wir Áfionas auserkoren. Trotz einiger Einbahnstra├čen bedingter Verwirrnisse finden wir die Ausfallstra├če Richtung Paleokastrítsa ├╝berraschend gut. Doch dann biegen wir an einer Stelle zu fr├╝h ab und verfahren uns mal wieder in den H├╝geln vor der Hauptstadt. Nachdem wir zur├╝ck auf die Hauptstra├če gefunden haben, kommen wir zun├Ąchst gut voran. Hinter Skriperó wird sie jedoch zunehmend steiler und kurviger. Daf├╝r werden die Ausblicke nun auch spektakul├Ąrer. Bei Arkadádes biegen wir von der Hauptstra├če ab und bahnen uns unseren Weg ├╝ber enge und kurvige Str├Ą├čchen, die unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf Werte zwischen 20 und 30 km pro Stunde absacken lassen. Unterdessen k├Ąmpft sich der Zeiger unserer Armbanduhr unerm├╝dlich voran, w├Ąhrend sich der unserer Tankuhr allm├Ąhlich dem roten Bereich n├Ąhert, was mich zunehmends nerv├Âs macht. Eigentlich wollte ich nicht noch mal tanken. Doch im Geiste sehe ich uns schon mit leerem Tank irgendwo in der Pr├Ąrie stehen und um Hilfe telefonieren.

Als wir Ágios Geórgios erreichen, ist es bereits nach 16.00 Uhr. Vom Strand aus k├Ânnen wir ├╝ber die Bucht hin├╝ber nach Áfionas und zum Kap Arilla blicken. Selbst wenn wir das halbst├╝ndige Gegurke f├╝r die zus├Ątzlichen etwa 10 km dorthin in Kauf nehmen, f├╝r den Spaziergang bis zur Spitze der Halbinsel w├Ąre es ohnehin zu sp├Ąt, wenn wir einigerma├čen entspannt in unserem Hotel ankommen wollen. Also belassen wir es bei einer kleinen Pause am Strand und fahren anschlie├čend wieder den Berg nach Pagí hinauf, wo wir in Richtung Paleokastrítsas abbiegen.

In einem kleinen ├ľrtchen gelangen wir an eine Kreuzung, an der die Beschilderung wieder einmal mehr als unzul├Ąnglich ist. Doch kaum habe ich den Wagen abgebremst, damit wir uns anhand der Karte orientieren k├Ânnen, naht auch schon Hilfe. Eine Frau mittleren Alters, die an der Kreuzung einen Tisch aufgestellt hat, auf dem sich Wein, Honig und andere Erzeugnisse finden, die sie offensichtlich zum Kauf anbietet, stellt sich neben das Auto und erz├Ąhlt uns unaufgefordert, welche Stra├če in welche Richtung f├╝hrt, um uns anschlie├čend ihr Warensortiment anzupreisen — immer sch├Ân die H├Ąnde an dem Wagen belassend, damit wir ja nicht einfach weiterfahren k├Ânnen. Offensichtlich ist das die Frau, von der uns Kai und Martin zwei Abende zuvor erz├Ąhlt haben, als sie ebenfalls an dieser Kreuzung nicht weiter wussten. Wir geben uns als dankbare Touristen und kaufen ihr eine Flasche Wein f├╝r 2,50 Euro ab, bevor wir weiterfahren.

Bald erreichen wir bekannte Gefilde, kommen durch Makrádes, von wo der Weg zur Burg Angelokastro f├╝hrt, passieren das Restaurant Golden Fox, in dem wir vor zwei Tagen unseren Eiskaffee genossen haben und gelangen ├╝ber die zahlreiche Serpentinen hinunter nach Paleokastrítsa. Inzwischen versuche ich so spritsparend wie m├Âglich zu fahren und meide die niedrigen G├Ąnge, so lange es geht. Auf der gut ausgebauten Strecke Richtung Kérkira benutze ich sogar erstmals den f├╝nften Gang. Doch der Sprit reicht. Als wir Pélekas erreichen und den Berg hinunter zum Bella Vista rollen, ist der Zeiger der Tankuhr knapp unterhalb der Oberkante des roten Bereiches. Wahrscheinlich haben wir nur wenig mehr Sprit im Tank als vor drei Tagen, als wir den Wagen ├╝bernommen haben. Als ich den Motor auf dem kleinen Parkplatz am Hotel abstelle, haben wir mit dem Wagen ziemlich genau 300 km hinter uns gebracht.

Bevor wir zur Auto├╝bergabe wieder im Hotel sein m├╝ssen, nehmen wir uns noch Zeit f├╝r einen Strandbummel. Marias Hund begr├╝├čt uns wie alte Freunde, doch wir erkennen ihn fast nicht wieder. An der rechten Seite ist sein Fell violett. Offensichtlich hat er sich auf die frisch gestrichenen Planken der Terasse von Maria's Place gelegt. Er folgt uns, das hei├čt es wird erst einmal nichts mit ruhig im Sand liegen und lesen. Zum Gl├╝ck taucht noch eine Familie am Strand auf, von deren Anwesenheit er sich angelockt f├╝hlt.

Um viertel vor acht sind wir wieder im Aussichtspavillon unseres Hotels. Wir warten zun├Ąchst mit der Bestellung des Abendessens, ehe der Mann vom Autoverleih kommt. Der erscheint diesmal eine gute Viertelstunde zu sp├Ąt. Die Fahrzeug├╝bergabe beschr├Ąnkt sich auf die Aush├Ąndigung des Schl├╝ssels und etwas Smalltalk. Keine zwei Minuten nach seinem Auftauchen ist er auch schon wieder weg. Wir bestellen Griechischen Salat, H├Ąhnchenbrust und Dorade bei Sophia. Danach sitzen wir mit Kai und Martin zusammen, die sich das G├Ąstebuch geschnappt haben, um an ihrem letzten Urlaubsabend darin ihre Gr├╝├če zu hinterlassen, probieren mit ihnen von unserem Kumquat und tauschen Adressen aus.

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