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Kölaälven-Tour


Geländedarstellung: © 1998 Microsoft (Encarta)
[Fr, 8. August 2003]

Die Nacht war etwas unruhig. Irgendein Tier — eine Maus? — hat sich an der Unterseite des Zelts zu schaffen gemacht und uns eine ganze Zeit lang vom Einschlafen abgehalten. Das allein ist aber nicht der Grund, dass wir heute etwas später aus den Schlafsäcken herauskommen. Es dauert bis nach 11.00 Uhr, ehe wir gefrühstückt, unsere Sachen gepackt haben und wieder auf dem Wasser sind, wo ich mich heute schlapper fühle als die Tage zuvor.

Doch weit kommen wir eh nicht. Wir verlassen den Hugn durch seinen südlichen Ausfluss und gelangen in den See Ränken, den wir schon kurz darauf wieder verlassen, um in den Norvälven, einen Fluss, abzubiegen. Dort erwartet uns nach wenigen Paddelschlägen der nächste Landtransport, der uns 1,3 km über einen Feldweg und eine für schwedische Verhältnisse stark befahrene Straße führt. In dem kleinen See Askersjön, dessen an sich idyllisches Erscheinungsbild durch eine Fabrik an seinem Südostende beeinträchtigt wird, booten wir wieder ein. Dort geht erreichen wir nach kurzer Paddelei die nächste Austiegsstelle, von wo es einen weiteren Kilometer zu Fuß durch Armotsfors hindurchgeht.

An der Einbootstelle zum Nysockensjön lassen wir Kanu, Gepäck und Ausrüstung erst einmal zurück, um den Lebensmittelladen im Ortszentrum aufzuspüren und zu plündern — stark beeinflusst von dem Umstand, dass unsere Vorräte an deutschem Brot, Marzipan-Kirsch-Kuchen und Müsli-Riegel inzwischen stark zur Neige gehen. Nachdem sich der Himmel am Morgen zunächst etwas zugezogen hat, sticht nun die Sonne wieder erbarmungslos vom Himmel. Nach einer kurzen Pause an der Einbootstelle stechen wir kurz nach 15.30 Uhr wieder in See, um nach etwa 1,5 km auf einer kleinen Insel zu landen.

Eigentlich wollen wir hier nur eine weitere Pause für unser heute sehr spätes Mittagessen — Curry Chicken — einlegen. Aber nach einem kleinen Inselrundgang steht fest, dass wir hier nicht mehr weg wollen. Am Südufer der Insel finden wir einen kleinen Sandstrand — ideal um Ronja dort zu entladen und für die Nacht zur Ruhe zu betten —, am Westufer eine traumhafte Bade- und Essens-Terasse aus natürlichem Felsen und im Inselinneren eine Feuerstelle mit provisorischer Sitzbank und viel Platz für unser Zelt. Was liegt also näher, als den Rest des Tages hier zu genießen. So verbringen wir viel Zeit auf unserer Badeterasse. Draußen auf dem See dümpelt wieder eines dieser Hausboote, wie wir eines schon am ersten Abend unserer Tour auf dem Tannsjön gesehen haben. Die vielköpfige Besatzung scheint eine Party zu feiern. Ab und zu umkurven sie das Hausboot mit einem Motorboot und setzen damit einen Kontrapunkt zur Idylle der Umgebung.

Am späten Abend überrede ich Kordula dazu, noch einmal aufs Wasser hinaus zu paddeln und unsere Insel in Ronja zu umrunden. Im Schein des zu drei Vierteln vollen Mondes, der sich in seiner flachen Bahn kaum über die Wipfel der Bäume am Südufer des Sees hebt, schweben wir über eine makellos glatte Wasseroberfläche und beschließen diesen Tag auf diese Weise mit einem wunderschönen Erlebnis.

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