ZurückWeiter Home Druckansicht Kartenausschnitt vergrößert anzeigen
Donau-Tour


GelÀndedarstellung: © 1998 Microsoft (Encarta)
[Mo, 27. Juli 2009]

An diesem Morgen, muss ich nicht losziehen, um irgendwo ein paar Semmeln aufzutreiben, denn durch die Buchung des großen FrĂŒhstĂŒck-Buffets haben wir in dieser Hinsicht ja bereits ausgesorgt. Ich nutze diese zusĂ€tzliche Freizeit, um mich nach dem Aufwachen erst einmal vor das Zelt zu hocken und — wĂ€hrend Kordula noch schlummert — im Schein der morgendlichen Sonne die gestern erstandenen Postkarten zu beschreiben. Als Kordula dann zur Toilette geht, mache ich den kurzen Spaziergang zum Briefkasten, um die Karten einzuwerfen.

Das FrĂŒhstĂŒck, fĂŒr das wir uns um 8.30 Uhr angemeldet haben, versucht es — durchaus nicht erfolglos — mit dem Standard gehobener Mittelklassehotels aufzunehmen. Mit Wurst, KĂ€se, Marmelade, Joghurt, MĂŒsli und Frischobst ist einiges geboten. Dazu gibt es Milch, wie man sie frischer nirgends bekommen kann. Das Ambiente ist ebenfalls bemerkenswert. Das Buffet ist in einem der WirtschaftsgebĂ€ude aufgebaut. Das weit geöffnete große Tor gibt den Blick in den Innenhof des Bauernhofes frei. Von denjenigen GĂ€sten, die das FrĂŒhstĂŒck gebucht haben, sind wir die spĂ€testen, so dass wir zum Schluss alleine am Tisch sitzen und noch etwas mit der BĂ€urin ins GesprĂ€ch kommen. Die erzĂ€hlt uns von den WiderstĂ€nden, der sie mit ihrem Camping-Bauernhof inmitten des recht bĂŒrgerlich-konservativen Herrnsaal ausgesetzt war und ist. Touristen sind in der Dorfgemeinschaft nicht gern gesehen. Sie könnten ja Abfall hinterlassen oder mit ihren Fahrzeugen die an Totenstarre grenzende Idylle des Örtchens stören. Und so geht man wohl aktiv gegen jeden einzelnen Wegweiser zum Campingplatz vor oder bestreitet gegenĂŒber suchenden Radfahrern schon mal, dass sich in Herrnsaal ein solcher ĂŒberhaupt befindet. Wirklich schade, denn das ist nun wirklich das letzte, was die beiden sympathischen Betreiber dieses auf so nette, familiĂ€re Weise gefĂŒhrten Projekts verdient haben.

Kurz nach dem FrĂŒhstĂŒck brechen wir auf. Gepackt hatten wir schon vorher. Wir verlassen den Campingplatz und wĂ€hlen diemal den mit weniger Höhenmetern gespickten Weg zur Donau hinunter. Die alternative Einstiegsstelle hat den Vorteil, in einer Art Seitenarm der Donau zu liegen, der frei vom störenden Einfluss vorbeiflitzender Motorbootfahrer und der von ihnen erzeugten Wellen ist. Allerdings ist von denen auch nicht viel zu sehen. Es ist Montag. Eine neue Arbeitswoche hat begonnen. Nicht fĂŒr uns! Nachdem das Boot bepackt ist und wir auf unseren PlĂ€tzen sitzen, ist wieder Urlaub angesagt. Allerdings trĂ€gt die Strömung zu diesem Feeling heute eher mĂ€ĂŸig bei. Die Staustufe im xxx km entfernten Bad Abbach macht bereits ihren Einnfluss geltend. Die Anzahl der Frachtschiffe hĂ€lt sich auch an diesem Tag ĂŒberraschend stark in Grenzen. Nicht einmal zu einer Handvoll Begegnungen kommt es. Den Freizeitwert unserer Tour beeintrĂ€chtigt der Donauschiffsverkehr damit so gut wie gar nicht.

Als wir langsam an die gewaltige Wehranlage von Wehranlage Bad Abbach herangleiten, erblicken wir an der rechts gelegenen Ausstiegsstelle ein anderes PaddlerpĂ€rchen, das dort gerade eine Pause einlegt. Es handelt sich um zwei alte Bekannte: unsere Nachbarn von der Vohburger DonaubrĂŒcke mit dem Wohnmobil. Sie haben sich gestern abend fĂŒrs Wildcampen auf der Herrnsaal gegenĂŒberliegenden Flusseite entschieden. Jetzt sehnen sie sich nach den Annehmlichkeiten ihres Wohnmobils. Von dem ursprĂŒnglichen Plan, bis nach Straubing durchzupaddeln, ist nicht viel geblieben. Erst einmal Regensburg erreichen, das Wohnmobil nachholen und dann weitersehen heißt die Devise. Viel mehr interessiert sich jedoch, wie sie es mit der vor uns liegenden Bootsrutsche halten. Das Ding ist mörderisch lang. Der Höhenunterschied erreicht nach meinem Empfinden fast schon alpine MaßstĂ€be. Der Mann beschwichtigt uns. Alles kein Problem, wir sollten einfach machen. Die Hosen seiner Frau scheinen eine Ă€hnliche FĂŒllhöhe zu haben wie die meinen. Sie plĂ€diert fĂŒrs Umtragen. Bezeichnend, dass die beiden uns den Vorzug lassen, wobei natĂŒrlich Kordula wieder die treibende Kraft ist. Also lasse ich das ganze ĂŒber mich ergehen. Wir paddeln zu dem Zugseil, das die Ampel aktiviert und dafĂŒr sorgt, dass Wasser in die bis dahin leere Gasse strömt. Nach einer Weile schaltet die Ampel auf GrĂŒn. Wir dĂŒrfen. Kordula hat wie immer ihren Spaß und jauchzt und strampelt wie ein SchulmĂ€dchen, wĂ€hrend ich tausend Tode sterbe. Umso grenzenloser meine Erleichterung als wir endlich aus dem engen Kanal hinaus auf die offene WasserflĂ€che schießen. Zum GlĂŒck ist Bad Abbach das einzige Wehr auf unserem Weg nach Regensburg. Wir beschließen auf die beiden anderen zu warten, wĂ€hrend wir an ein paar Nahrungsmittelresten mĂŒmmeln, die sich in unserem Rucksack finden. Wenig spĂ€ter kommen unsere beiden Nachbarn ebenfalls aus der Bootsgasse geschossen. Auch bei ihnen ist alles gut gegangen. Wir lassen uns von ihnen ein- und anschließend ĂŒberholen. Dann nehmen auch wir die Paddel wieder zur Hand und ziehen bald an ihnen vorbei, was der Mann scheinbar etwas frustriert zur Kenntnis nimmt. Einige Zeit spĂ€ter, als uns wieder einmal nach etwas Faulenzen ist, holen sie uns schließlich abermals ein und geben anschließend ihren Vorsprung auch nicht wieder ab.

Die Strömung kommt nach Bad Abbach wieder etwas flotter daher, ohne dabei in die NĂ€he dessen zu kommen, was uns gestern die ersten Kilometer ab Vohburg versĂŒĂŸt hat. Die Landschaft ist nach wie vor sehenswert. Immer mal wieder tĂŒrmen sich blanke FelswĂ€nde jenseits des Ufers auf, ohne jedoch mit denen des Donaudurchbruchs mithalten zu können. Das Wetter ist vom Feinsten. Nach einer kurzen Pinkelpause, beginnen wir uns gedanklich mit dem Mittagessen zu befassen. Unser PaddelfĂŒhrer empfiehlt das Gasthaus Schwalbennest, das auch in der zugehörigen Karte verzeichnet ist. Wir nehmen die Empfehlung an und halten Ausschau. Nach einiger Zeit erblicken wir rechts ein paar am steilen Ufer liegende Kanus und dahinter ein GebĂ€ude, das verdĂ€chtig nach einem Restaurant aussieht. Wir ziehen unser Kanu auf die Uferbefestigung und vertĂ€uen es an ein paar BĂŒschen. Um es ganz hochzuziehen, mĂŒssten wir es entladen, und dazu bin ich zu faul. DafĂŒr muss ich jetzt mit der unterschwelligen Angst klarkommen, dass vielleicht doch gleich ein Frachter vorbeikommt, der das Unmögliche möglich macht und das Faltboot mit seinen Wellen in die Donau reißt. Einen zufĂ€llig gerade vorbeifahrenden Frachter warten wir noch ab. Der schafft es nicht.

Oben beim Gasthaus stellen wir fest, dass es sich dabei nicht um das Schwalbennest sondern um das Restaurant Zur Walba handelt. Möglicherweise ist es von einem neuen Besitzer ĂŒbernommen und umgetauft worden. Sei's drum. Die Terasse wirkt sehr einladend, auch wenn die meisten GĂ€ste die etwas schattigeren an diesem heißen Tag vorziehen. Wir schließen uns der Mehrheit an und finden im Schatten des Balkons Platz. Nicht weit von uns erpĂ€hen wir unsere Vohburger Nachbarn, die sich hier allerdings nur eine kleine Erfrischung zu gönnen scheinen. Wir dagegen knöpfen uns die Speisekarte vor. WĂ€hrend es Kordula nach deftigem (xxx - Quittung?) drĂ€ngt, verliebe ich mich in die klein geschnippelten, mit Fleisch und in Ei gebackenen Knödel. Auch ein Bierchen mag ich mir nicht verkneifen. Nach getaner Arbeit holen wir uns bei der Kellnerin die Genehmigung, ein wenig in den bereitstehenden LiegstĂŒhlen abhĂ€ngen zu dĂŒrfen.

Es dauert seine Zeit, bis wir uns wieder zu unserem Faltboot schleppen. Unsere Vohburger Nachbarn sind schon wieder eine ganze Weile unterwegs. Vor Regensburg werden wir sie wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen. Unser Boot liegt so sicher vertĂ€ut, wie wir es verlassen haben. Bald trĂ€gt es uns wieder flussabwĂ€rts. Nach etwa einem Kilometer taucht zu unserer Rechten ein weiteres Gasthaus auf. Es ist das von uns gesuchte Schwalbennest. Es sieht einladend aus, aber wahrscheinlich hĂ€tte man hier nicht so schöne LiegestĂŒhle gehabt. Wir paddeln unter der AutobahnbrĂŒcke der A3 hindurch und passieren einige Zeit spĂ€ter die MĂŒndung der Naab. Nun befinden wir uns schon quasi auf der Zielgeraden unserer xxx km langen Tagesetappe. Unser PaddelfĂŒhrer schreibt etwas vom GelĂ€nde eines Ruderverein, auf den der Campingplatz und direkt dahinter der Landesteg des Kanuclubs folgen soll. Bald passieren wir tatsĂ€chlich das GelĂ€nde des Rudervereins, doch vom Campingplatz ist zunĂ€chst nichts zu sehen. Entlang der Uferpromenade, die hier die Donau entlang fĂŒhrt, stoßen wir auf mehrere Badestellen, an denen sich die halbe Regensburger Einwohnerschaft zu tummeln scheint. Der Campingplatz will und will sich nicht zeigen, der Anleger des Kanuclubs jedoch ebenso wenig. Zu weit können wir also gar nicht gepaddelt sein. WĂ€hrend Kordula fĂŒrs Umdrehen plĂ€diert, bleibe ich noch eine Weile stur. Erst als sich vor uns die Wehranlage abzeichnet, gebe ich auf. Wir drehen um und mĂŒssen nun gegen den Strom paddeln. Oberhalb des Wehres lĂ€sst sich dies aber ganz gut bewerkstelligen. An einer der Badestellen steigen wir aus und fragen nach dem Campingplatz. Wir sind tatsĂ€chlich daran vorbeigepaddelt. Offensichtlich ist er vom Fluss aus nicht zu sehen. Wo sich dann aber der Kanuclub befinden soll, der sich laut PaddelfĂŒhrer direkt neben dem Campingplatz befindet, bleibt mir ein RĂ€tsel. Zwischen einer Hundertschaft von Badenden ziehen wir unser Faltboot an Land und schnallen es auf den Bootswagen. Dann geht das lĂ€stige Schieben wieder los. Die Nachmittagshitze und meine aufgrund des Herumsuchens angeknackste Laune machen das ganze nicht vergnĂŒglicher. Wir erreichen den Campingplatz, der sich hinter einer Reihe von BĂ€umen verbirgt. Ein Tor zur Uferpromenade gibt es zwar, das aber ist verschlossen, womit wir einige Hundert Meter zusĂ€tzliches Bootschieben gewonnen haben.

Endlich erreichen wir den Eingang des Campingplatzes. Auf den ersten Blick macht alles einen ganz netten Eindruck, allerdings gibt sich das Personal, das wir antreffen, jegliche erdenkliche MĂŒhe, das durch finstere GesichtsausdrĂŒcke wieder wettzumachen. Die Frau am Schalter der Rezeption will als erstes wissen, wie denn auf einmal das Boot in ihre Einfahrt gekommen sei, befragt dazu aber nicht uns, sondern ihren Kollegen, der aussieht, als sei er zwei Tage zuvor wegen unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸiger Gewaltanwendung als Rausschmeißer eines Nachtclub gefeuert worden. Überhaupt scheint das Boot ein Riesenproblem zu sein — wo man das denn noch hinstellen solle! Wasserwanderern ist man hier also auch noch nicht oft im Leben begegnet. Zum GlĂŒck können wir mit dem Hinweis, dass wir das Boot ohnehin heute noch abbauen wollen, etwas zur Deeskalation beitragen.

Wie so oft in unseren Urlauben erweist sich ausgerechnet der Campingplatz, auf dem wir die meisten NĂ€chte verbringen wollen, als der teuerste des Urlaubs. Auf dem AZUR-Campingplatz zu Regensburg berappen wir den absoluten Wucherpreis von 26,00 Euro pro Nacht, Dass die Benutzung der Duschen schon im Preis enthalten ist, ist da nur ein schwacher Trost. Der Platz als solcher ist fĂŒr einen stĂ€dtischen Campingplatz recht gemĂŒtlich. Die Anlagen erweisen sich als sauber, die StellplĂ€tze sind nett angelegt. Einzig der Rasenanteil an der Vegetation unterhalb unseres Zeltbodens lĂ€sst deutlich zu wĂŒnschen ĂŒbrig.

Der Rausschmeißer geleitet uns zu dem Winkel, an dem es uns fĂŒr drei NĂ€chte gestattet ist, unser unwĂŒrdiges Dasein zu fristen. Er befindet sich genau auf der anderen Seite des verschlossenen Hinterausgangs, an dem wir vorhin verzweifelt gestanden haben. Was so sein muss, wie wir direkt erkĂ€rt bekommen, weil ja sonst das ganze Camper-Gesocks versucht, hier fĂŒr lau zu ĂŒbernachten. Wir suchen uns einen Flecken innerhalb des uns zugewiesenen Terrains, wo die Grashalmdichte an den rekordverdĂ€chtigen Wert von vier StĂŒck pro Quadratmeter heranreicht, und beginnen mit dem Aufbau unseres Zeltes. Das Boot bauen wir entgegen unseren Versprechungen nicht ab, sondern parken es etwas provokativ direkt in dem BrennesselgestrĂŒpp hinter dem Zelt — mal schauen, ob der Rausschmeißer gleich mit aufgeplusterten Backen ankommt und moniert, dass wir potentiellen weiteren Zeltern dort den Platz wegnehmen. Doch das geschieht nicht. Selbst beim Personal dieses Campingplatzes scheint es ein Bewusstsein dafĂŒr zu geben, dass es irgendwo eine Grenze gibt, ab der man sich lĂ€cherlich macht. DarĂŒber sind wir ein wenig ĂŒberrascht.

Auf Kordulas Betreiben hin kehren wir wenig spĂ€ter zu einer der Badestellen an der Uferpromenade zurĂŒck, um noch ein wenig in der Donau zu schwimmen. Das Wetter ist nach wie vor geradezu ideal dafĂŒr, auch wenn die Sonne inzwischen ein wenig tiefer steht. Die Strömung habe ich zunĂ€chst nicht so ganz auf der Rechnung, und so bin ich ein wenig ĂŒberrascht, dass ich mich nicht mehr ganz auf Höhe der Stelle des Ufers befinde, wo ich ins Wasser gestiegen bin, sobald ich mich wieder dem Strand zuwende. Nach zwei Runden ist mein Bedarf dann auch bereits gedeckt. Wir knallen uns auf unsere HandtĂŒcher und lassen uns von der Sonne trocknen.

ZurĂŒck am Zelt sehen wir eine junges Paar mit Kind, das gestern abend auch auf dem Campingplatz in Herrnsaal ĂŒbernachtet hat und nun mit seinen RĂ€dern hier Station macht. Unsere Nachbarn von Vohburg sehen wir dagegen nirgends. Wir duschen, ziehen uns um und machen uns auf den Weg in die Innenstadt, immer entlang der Uferpromenade der Donau. Dabei kommen wir auch am GelĂ€nde des Kanuclubs vorbei. Einen Anlandesteg gibt es auch. Wir können nicht weit von ihm entfernt gewesen sein, als wir am Nachmittag umgedreht sind. Was mich jedoch weitaus mehr beschĂ€ftigt, ist das recht große und gut besuchte Zeltareal des Clubs. Hier wĂ€ren wir wohl etwas gĂŒnstiger weggekommen als auf unserem Campingplatz, und noch unfreundlichere Zeitgenossen hĂ€tten sie hier bestimmt nicht aufgetrieben. Wie auch immer — drei NĂ€chte hĂ€tte man uns auf dem KanuclubgelĂ€nde wahrscheinlich eh nicht gelassen.

Der Weg in die Stadt zieht sich gewaltig in die LĂ€nge. Wir passieren die Wehranlage, deren Bootsrutsche baugleich zu der in Bad Abbach zu sein scheint. Von dort aus ist es noch ein ganzes StĂŒck, ehe wir uns dem Flair der mittelalterlich geprĂ€gten Stadt hingeben können. Unweit des Fischmarkts verlassen wir das Donauufer und befinden uns inmitten eines UNESCO-Weltkulurerbes. Kordulas Interesse gilt natĂŒrlich in erster Linie den LĂ€den der Neuzeit, und so sind wir schon nach wenigen Schritten in einem Laden gelandet, wo unter anderem Klangschalen vertickt werden. Da die Bude Ende des Monats — sprich in vier Tagen dicht macht — lockt man mit den ĂŒblichen Sonderrabatten. Es dauert ein Weilchen, bis wir das hinter uns haben. Kordula hat den Versuchungen zunĂ€chst widerstanden. Dass dies um den Preis geschehen ist, dass wir jetzt wĂ€hrend jedem der folgenden Tage auch noch in dem Laden aufmarschieren werden, erscheint mir jedoch nicht unwahrscheinlich.

Bald haben wir uns einen ersten Überblick ĂŒber die Innenstadt verschafft und sind entsprechend angetan. Die zum Teil sehr alten HĂ€user machen Lust, sich das Innere anzusehen. Doch das bleibt uns naturgemĂ€ĂŸ verwehrt. Falls es LĂ€den gibt, die sich in ihrem Inneren der Moderne widersetzen, so bleiben sie sie uns an diesem Abend angesichts der nun doch vorgerĂŒckten Stunde versperrt. Ungeachtet unserer nun schwerer werdenden Beine unternehmen wir noch einen Abstecher zum Bahnhof, um zu erkunden, zu welchen Uhrzeiten wir am nĂ€chsten Morgen nach Vohburg fahren können, wo ja noch unser Auto auf uns wartet. Um 9.44 Uhr fĂ€hrt eine Regionalbahn, die uns zusagt, zumal wir nicht werden umsteigen mĂŒssen. Um diese wertvolle Information reicher gehen wir schnell noch nebenan zur Post, wo wir den Geldautomaten plĂŒndern. Derart gerĂŒstet machen wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt.

Etwas ĂŒberraschend bekommen wir dort dann doch noch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen dieser imposanten HĂ€userkulissen. GegenĂŒber des Doms im Außenbereich des Restaurants Heuport gönnen wir uns eine Verschnaufpause bei einem Bier. Kordula versucht zwar auch noch einen Snack zu ordern, doch da es schon fast 22.00 ist, ist es dafĂŒr zu spĂ€t. Als ich mich auf die Suche nach der Toilette mache, wird der Weg dorthin fast zum Ausflug in eine andere Epoche. Über einen durch hohe Gewölbe ĂŒberspannten, alten Steinfußboden gelange ich zu einer Treppe, die einen Innenhof flankiert. Sie endet in einem kapellenartigen Vorraum, von dem man in weitere GesellschaftsrĂ€ume, sowie zu den eigentlichen Toiletten gelangt. Die AtmosphĂ€re, die von dieser Architektur ausgeht, beeindruckt mich zutiefst. Das erste, was ich mache, nachdem ich zurĂŒck bin, ist Kordula ebenfalls aufs Klo zu schicken.

Wir genehmigen uns noch ein zweites Bier, dann reicht es uns fĂŒr heute. Durch die verwinkelten Gassen der Stadt finden wir zurĂŒck zum Fischmarkt, von wo auch der Bus der Linie 6 zur Haltestelle Westheim vor unserem Campingplatz abfĂ€hrt. Die Abfahrtzeiten haben wir uns bereits angesehen, als wir vor ein paar Stunden hier vorbeigekommen sind. Als der Bus schließlich kommt und Kordula den Fahrer freundlich nach Mehrfahrtentickets fragt, haben wir ein weiteres Erlebnis der Regensburger Art. "HĂ€?" ist die erste und zunĂ€chst einzige Reaktion des Busfahrers, den wir scheinbar aus einer Art Halbschlaf geweckt haben. Im zweiten Anlauf bekommen wir immerhin heraus, dass er so etwas nicht verkauft, und da sind auch schon unsere einfachen Tickets, und wir sehen zu, dass wir uns auf einen der hinteren PlĂ€tze verkrĂŒmeln, wo wir darĂŒber zu grĂŒbeln beginnen, warum die ganzen Ostbayern, die uns bisher begegnet sind so freundlich waren, und die Regensburger so ... naja, ganz anders zu sein scheinen. Dass wir die erstandenen Tickets noch hĂ€tten abstempeln mĂŒssen, entgeht uns bei derlei Überlegungen. Ich entdecke es erst, nachdem wir vor unserem Campingplatz wieder aus dem Bus ausgestiegen sind. Auch gut, so können wir die Dinger morgen gleich noch mal benutzen und sind zu guter Letzt doch noch zu einer Art Mehrfahrtentickets gekommen.

Home     |     Copyright © 2006 likizo.de     |     Haftungsausschluss